Mangoaktion in Coronazeiten--es hätten ruhig 1000 mehr sein können

 

 

 

 

 

 

 

Wetzlar/Braunfels/ Gießen. stie.  Nach drei  Stunden waren alle Mangos am Wetzlarer Domplatz bereits weg;  "In Naunheim gibt’s auch keine mehr", sagt Frau Irmgard Hedrich, Vorsitzende des Kirchenvorstands. Ein Teil davon war auf dem Parkplatz des Rathauses verteilt worden und hatte Mitarbeitende und Politiker erfreut. " Das ist ja wie ein Wunder, dass trotz Covid 19  die Mangos überhaupt nach Deutschland geliefert worden. Wir freuen uns schon so sehr. Diese aus Burkina schmecken einfach am besten", strahlt eine Stammkundin am Domplatz und nimmt gleich eine ganze Kiste mit. Fatima Hauschildt aus Marburg, in Burkina Faso geboren, war extra angereist um der TIKATO-gruppe bei der Verteilung zu helfen. Kunden waren von ihrer Anwesenheit sehr angetan, konnten sie doch auch hier gleich noch zusätzlich Aktuelles aus Burkina  erfahren.
Mango-Fans und Mitarbeitende kamen sich im Gespräch trotz Mundschutz und Abstand näher. Viele wollten wissen, was denn in diesem Jahr in den Bildungseinrichtungen dort angedacht ist in der Aktion "Tausche Mangos gegen Schule". Da die Kooperation "TIKATO/ Kirchengemeinde Naunheim" mit 4.800 und
2.500 Mangos der Hauptabnehmer der Böblinger Aktion ( mit in diesem Jahr gesamt 70.000 Mangos) ist, können von diesem Erlös von etwa 22.000 Euro aus Mittelhessen 68 Lehrer/innen einen Gehaltszuschuss erhalten,215 Schultische angeschafft und Nahrungsmittel zur Schulkantine wie Mais, Bohnen, Öl, Trockenfisch, Salz und Tomaten gekauft werden. Insgesamt werden 3699 Schüler unterstützt, von Mittelhessen davon 385.
Das Fazit der vier TIKATOs am Domplatz war:" etwa jede Vierte kannte die Aktion noch nicht, alle anderen kamen gezielt und nahmen interessiert die Informationen dazu mit" berichtet Barbara Bräunig.
In Braunfels wurde die traditionelle Benefizaktion auch wieder zum Erfolg.
Um sich hier erneut zu engagieren, war das ehemalige Tikato-Mitglied Barbli Gerster extra aus Berlin angereist.
Knapp 1.000 Mangos hätte es noch mehr geben können, aber die Transportkapazität Richtung Böblingen und zurück ist begrenzt.
Neun Stunden lang gingen die Früchte "Amelie" am Hauptverteilungsort Dalheim über den Ladentisch für Kirchengemeinden, vier Weltläden und Familien. Eine Dorfgruppe in Blasbach wird schon jahrelang über die Küsterin  Alice Gutseel beliefert--immer mit einem Bonbon für die TIKATOleute: ein ganzes Rhabarberkuchen-Blech "als Dank für Euren tollen Einsatz" kommt jedes Jahr.
Der dreijährige Simon aus Weilburg wollte unbedingt die Früchte probieren "die aus dem Land kommen, wo ich geboren bin". Nun bekommt sein  Bruder morgen gleich einen Geburtstagskuchen daraus gebacken.
Manche gaben gerne neben der Mindestspende von drei Euro noch mehr in die Kasse, "damit in Burkina Faso noch mehr erreicht werden kann, gerade in Coronozeiten",hörte man immer wieder an alle Ausgabe- stellen. Das galt auch für die Aktion in Gießen in der Evangelischen Studierendengemeinde. Die hat der Wetzlarer Pfarrer Andreas Engelschalk dort initiiert.
Einen schönen Nebeneffekt hatte die diesjährige Aktion noch: Der Mundschutz wurde inzwischen von einigen zum Mode-Gag erklärt , kreiert von Hobby-Näherinen und der Erlös guten Zwecken zugeführt. So nähte tagelang die Asslarerin Edith Muskat hübsche Teile und spendete den Erlös von 250,- Euro dem Weltladen Asslar zugunsten Burkina Faso. Ein Tikato-Mitglied führte verschiedene gleich beim Bummel aus. Dorothea Süß hält ein ganzes Sortiment ausgewählter Masken in der Kreuzkirche feil: zugunsten der Bücherarbeit im Turm der Kreuzkirche.
Seit 30 Jahren ist die Aktion schon im heimischen Raum angesiedelt. Renate und Walter Wagner aus Naunheim hatten sie hierher geholt, nachdem auf einem Brot für die Welt-Seminar in Naunheim darüber berichtet wurde. Der damalige Vorsitzende der "Projektgemeinde TIKATO" war davon nicht begeistert, aber die TIKATOgruppe nahm es etwas später mit Überzeugung bis heute in ihr Aktionsprogramm mit auf. Das Wichtigste an der Aktion ist eben für alle, dass es nicht eine Spendenaktion ist, sondern eine partnerschaftliche Aktion aus Burkina Faso auf Augenhöhe. Bis zu diesem Jahr fand die Aktion seit 2007 als eine Kooperation zwischen TIKATO und der Kirchengemeinde Naunheim statt.
 

 

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Die Naunheimerin Irmgard Hedrich kam zum Domplatz. Und  Norbert Ruppik, Fatima Hauschild und Barbara Bräuning berichteten aus Burkina Faso und der  der Aktion "Tausche Mangos gegen Schule".


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Norbert Ruppik im Kundengespräch

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der kleine Simon aus Weilburg freute sich mit seiner Mutter über die tollen Mangos aus seinem Heimatland


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Vorschriften in Coronazeiten


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die letzten Unbestellten konnten mitgenommen werden


Fotos Heidi J. Stiewink




 

 

 

 

 

 

2020 - Mangoaktion in Coronazeiten--es hätten ruhig 1000 mehr sein können

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